Flächennutzungsplan Bremen

Herzlich Willkommen!

Die Hansestadt Bremen stellt den Flächennutzungsplan für das Gebiet der Stadtgemeinde neu auf.

Im Rahmen dieses Verfahrens erfolgt nunmehr nach der Auslegung des Planentwurfs im Frühjahr 2014 jetzt die Vorlage des Planentwurfs zur Beratung durch die Deputation für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung und Energie.

Im Downloadbereich dieser Webseite stehen der zur Beratung durch die Deputation vorgelegte Entwurfsplan, der Begründungsentwurf, der ausführliche Anhang zum Begründungsentwurf sowie die Beschlussvorschläge zu den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zur Einsichtnahme bereit.

Die Beschlussvorschläge zu den Stellungnahmen können aus Datenschutzgründen nicht öffentlich gemacht werden. Erst nach einem Beschluss des Planentwurfs durch die Deputation können die der Deputation zur Beratung vorgelegten Beschlussempfehlungen den Bürgern zugesandt werden.

Erläuterungen zum Aufstellungsprozess für den neuen Flächennutzungsplan

Der Flächennutzungsplan wurde seit seiner letzten Aufstellung im Jahre 1983 durch eine Vielzahl von Teiländerungen immer wieder aktualisiert und am 31. Mai 2001 neu bekanntgemacht. Seitdem haben sich die städtebaulichen Rahmenbedingungen und Aufgaben grundlegend verändert.

Der neue Flächennutzungsplan soll entsprechend der Bestimmungen des § 1 Abs. 5 BauGB „…eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung, die die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen auch in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen miteinander in Einklang bringt…“, gewährleisten. Seit 1983 sind dabei die Anforderungen hinsichtlich des Vorrangs der Innenentwicklung gestärkt worden, zuletzt durch die Ergänzung des § 1a des Baugesetzbuches im Juli 2014, in dem geregelt ist, dass Neudarstellungen von Flächen nur vorgenommen werden können, wenn nachgewiesen wird, dass es keine entsprechenden Entwicklungsmöglichkeiten in der Innenentwicklung gibt.

Auch dieser letzten, aktuell in das Baugesetzbuch aufgenommen Bestimmung genügt der Bremer Flächennutzungsplan, da im Laufe des Aufstellungsprozesses bzw. zu seiner Vorbereitung die nachfolgend angeführten Fachkonzepte aufgestellt wurden und eine Gesamtschau aller Flächenansprüche und Flächennachweise erfolgte und so die einzelnen Flächendarstellungen abgeleitet wurden.

So wurden verschiedene Fachplanungen vom Zentren- und Nahversorgungskonzept, die Wohnungsbaukonzeption, das Gewerbeentwicklungsprogramm bis hin zum Verkehrsentwicklungsplan aktualisiert. Der behördenverbindliche Flächennutzungsplan hat nun die Aufgabe, die wesentlichen Aspekte der einzelnen Fachplanungen in einen Gesamtplan zu integrieren. Nicht zuletzt finden neue Fragestellungen wie der Klimawandel bei der Neuaufstellung Berücksichtigung.

Mit der Reurbanisierung haben sich wesentliche Rahmenbedingungen geändert. So ist Bremen aktuell in der günstigen Situation eines leichten Bevölkerungswachstums und eines erheblichen Beschäftigungswachstums. Die Nachfrage nach Wohnraum konzentriert sich dabei auf zentrale Lagen in der Stadt und bestätigt die Notwendigkeit des Primats der Innenentwicklung.

Umsetzung des Leitbildes „Bremen! lebenswert – urban – vernetzt“

Mit dem neuen Flächennutzungsplan und beigefügter Begründung wird das Leitbild der Stadtentwicklung „Bremen! lebenswert – urban – vernetzt“ für die räumliche Entwicklung und Stadtplanung umgesetzt. Der Flächennutzungsplan als förmliches Planungsinstrument zur langfristigen Steuerung einer nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung greift Fachplanungen auf und bezieht sie ein. Zu nennen sind vor allem die Wohnungsbaukonzeption, das Gewerbeentwicklungsprogramm, der Verkehrsentwicklungsplan, das Zentren- und Nahversorgungskonzept und das Windenergiekonzept.

Der neue Flächennutzungsplan für die Stadt Bremen setzt auf die zentrale Rolle der Stadt in der Metropolregion, das Profil einer vitalen Großstadt, einen leistungsfähigen Wirtschaftsstandort sowie die Sicherung von Lebensqualitäten und den sozialen Zusammenhalt der Stadtgesellschaft.

In folgenden Handlungsfeldern des Leitbildes der Stadtentwicklung setzt der Flächennutzungsplan planerische Akzente (vertiefte Ausführungen in der Begründung zum Flächennutzungsplan):

 Mit dem Flächennutzungsplan werden die Vitalen Quartiere gestärkt. Damit sollen der stadträumliche, soziale und funktionale Zusammenhalt in gewachsenen Siedlungsbereichen gesichert und Wohnflächenbedarfe im erheblichen Umfang durch Innenentwicklung gedeckt werden (S. 65 ff.). Die Zentren in den Stadtteilen für Handel, Dienstleistungen und soziokulturelle Einrichtungen, insbesondere für eine wohnungsnahe Versorgung (S. 60 ff.) sowie die Standorte für Kultur, Bildung und soziale Infrastruktur werden profiliert. Der Flächennutzungsplan greift die Chancen einer weitgehend vorhandenen und mit dem Wohnen zu vereinbarenden urbanen Nutzungsmischung auf.  Lokale, wohnverträgliche Ökonomien können die Stadtteile beleben und stärken (S. 68).

Die innovative und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Bremen, der fünftgrößten deutschen Industriestadt, sichert und flankiert der Flächennutzungsplan durch Gewerbliche Bauflächen für Produktion und Logistik sowie in vielen Bereichen für das weniger emittierende verarbeitende Gewerbe (S. 34, 51, 70ff.). Der Flächennutzungsplan weist  Innovationsschwerpunkte aus, mit dem Ziel, neue zukunftsfähige Arbeitsplätze in Kompetenzfeldern des Technologie- und Wissenschaftstransfers zu schaffen. Damit werden Rahmenbedingungen für Unternehmen des Dienstleistungsbereichs als Schlüsselsektor der wissensbasierten wirtschaftlichen Entwicklung geschaffen (S. 212 ff.).

Die Bremischen Häfen bilden das Rückgrat der maritimen Wirtschafts-, Logistik- und Wissenschaftslandschaft. Der Flächennutzungsplan stellt deshalb die zukünftig hafenwirtschaftlich und hafenbetrieblich genutzten Flächen einschließlich ihrer Ausbaukapazitäten dar (S. 75).

Ehemals hafenwirtschaftlich oder gewerblich/industriell genutzten brachgefallenen Flächen im Strukturwandel werden teilweise neue Nutzungsziele zugewiesen. In einzelnen Bereichen ist die zukünftige Nutzungsdarstellung noch nicht abschließend geklärt. Diese Flächen werden zunächst von der Darstellung im Flächennutzungsplan ausgenommen („Weißflächen“). Als teilräumlicher Folgeprozess der Flächennutzungsplanung werden für Stadtbereiche im Umbruch damit Schwerpunkträume für die zukünftige Stadtentwicklung aufgezeigt (S. 10).

Der Flächennutzungsplan wurde parallel zum Landschaftsprogramm erarbeitet, das mit wesentlichen Planungselementen in den Flächennutzungsplan integriert wurde. So gelang es, die räumlichen Qualitäten Bremens herauszuarbeiten und weiterzuentwickeln: Hierzu zählen das Grüne Netz zur Verbesserung des Wohn- und Arbeitsumfeldes in den Quartieren und an Wirtschaftsstandorten, mit Freizeitwegen bis in den Landschaftsraum, die stadtbildprägenden Grünstrukturen in den Ortskernen, die Parks, Sport- und Freizeiteinrichtungen und Kleingärten. Damit werden zugleich die wichtigen Frischluftbahnen gesichert (Begründung S. 81 f., 89 ff.).

Nach einer mehrjährigen und intensiven Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange liegt nun die Beschlussfassung des Flächennutzungsplans für Bremen vor.

Diese Webseite zeigt Ihnen den aktuellen Planungsstand des Flächennutzungsplans, wie er der städtischen Deputation für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung und Energie zur Beratung vorgelegt wird.